Geht doch: Raffelbergbrücke endlich mit Schutzstreifen - ADFC Oberhausen/Mülheim

Wenigstens Farbe als Infrastruktur: Die Raffelbergbrücke hat nach zähem "Kampf" nun endlich Schutzstreifen (10/2023) © ADFC GF

Geht doch: Raffelbergbrücke endlich mit Schutzstreifen

Im September 2022 wurde behördlicherseits nach langer Prüfung beschlossen, Schutzstreifen auf der Raffelbergbrücke zwischen Styrum und Speldorf anzubringen. Umgesetzt wurde es dann nun ein Jahr später!

Neuralgischer Punkt in den Diskussionen mit Radelnden und auch in unserem Ideenmelder (mh-ideenmelder.hpadm.de) ist immer wieder die Raffelbergbrücke und ihre Anschlüsse in Speldorf und Styrum. Besonders stark frequentiert wird diese Brücke seit Eröffnung des neuen Abschnitts des Ruhrtalradweges parallel zum Naturbad und dem Oberhausener Ruhrpark (2020). Bei unserem Mapathon-Projekt wie auch im städtischen Radwege-Zielkonzept wurde diese Verbindung als eine der Hauptrouten identifiziert. Sie verbindet z. B. Dümpten und Styrum mit Speldorf und Broich aber auch Ortsteile von Oberhausen mit Duisburg. Die Raffelbergbrücke ist baulich so gestaltet, dass aufgrund mangelnder Breite der beidseitigen Fußwege und Höhe der Geländer, Radfahrende auf der Straße fahren müssen! Gleichzeitig ist diese Brücke natürlich anbaufreie Landesstraße, aber für Autofahrende gefühlt „außerorts“. Entsprechend werden Radfahrende auf der Fahrbahn offenbar als Fremdkörper angesehen und immer wieder bedrängt und genötigt, illegal und verkehrsgefährdend auf die schmalen Gehwege auszuweichen. Begegnungsfälle mit Menschen, die zu Fuß unterwegs sind und „Geisterradelnde“ sind hier besonders gefährlich, da neben Zusammenstößen an Stelle dessen auf der einen Seite die Kollision gegen das zu flache Geländer und womöglich Absturz von der Brücke und auf der anderen Seite ein Sturz von den hohen Brückenkappen auf die Fahrbahn droht. Daher haben wir seit 2020 sowohl die Anordnung von Tempo 30 als auch die Markierung von Schutzstreifen gefordert, um dem Radverkehr trotz der unzureichenden baulichen Gegebenheiten wenigstens etwas mehr Sicherheit zu geben.

Im Jahr 2022 konnte die Stadt Mülheim an der Ruhr als anordnende Straßenverkehrsbehörde von der Notwendig- und Zweckmäßigkeit einer (sichtbaren) Radführung auf der Fahrbahn überzeugt werden. Zunächst stellte sich aber noch der Landesbetrieb Straßen.NRW quer, der für Bau, Betrieb und Unterhaltung dieser Landesstraße zuständig ist. Nachdem im August 2022 unter Einbeziehung der Oberen Straßenverkehrsbehörde dessen Bedenken ausgeräumt werden konnten, erfolgte dann Ende September 2022 endlich die formale Anordnung der Schutzstreifen. Allerdings hatten sich die gut informierten Nutzer*innen dieser Brücke zu früh gefreut, denn es musste ja noch die Umsetzung durch den Landesbetrieb NRW erfolgen, zwar wurde die Firma umgehend beauftragt, die Umsetzung erfolgte dann aber erst im Oktober 2023. Warum das so ist konnte oder wollte uns niemand bei Straßen.NRW auch auf Nachfrage im April, August und September 2023 beantworten.

Aber gut, nun haben wir also ein bisschen Farbe mehr auf Mülheims Straßen und hoffen sehr, dass Autofahrende sich auch respektvoll den Radelnden gegenüber verhalten und die (verpflichtend auch am Schutzstreifen geltenden) 1,50 m Überholabstand einhalten.

Unsere Forderung nach Tempo 30 auf der Brücke zur Sicherung der schwächeren Verkehrsteilnehmenden hatte übrigens leider die Stadt Mülheim an der Ruhr im Vorfeld abgelehnt. Auch hierfür werden wir uns weiter einsetzen!

Text: Peter Beckhaus 9/23 und 10/23

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