
Radwege-Check an der Kaiserstraße in Mülheim
Der Umbau der Kaiserstraße in Mülheim an der Ruhr ist ein wichtiger Schritt für ein durchgängiges Radroutennetz in der Ruhrstadt. Anfang 2026 sind die wichtigsten Baumaßnahmen abgeschlossen, Zeit für einen Test der neuen Infrastruktur
Von der Idee über die Planung bis zur Umsetzung
Der Lückenschluss für Radfahrende auf der Nord-Süd-Achse vom Flughafen über Holthausen bis zum Hauptbahnhof geht auf das Mitte der 90er Jahre beschlossene Radwegezielnetz zurück. Er wurde lange von Seiten des ADFC eingefordert, 2020 von der schwarz-grünen Mehrheit als Prüfauftrag aufgenommen, im Mobilitätsausschuss beraten und Ende 2022 vom Rat beschlossen.
Der 20. Dezember 2024 war dann ein hoffnungsvoller Tag für Radfahrende in Mülheim an der Ruhr: Kein echter „Spatenstich“, aber immerhin wurde das Baustellenschild am Altenhof „gefeiert“. In Anwesenheit des Bezirksbürgermeisters, des Baudezernenten, von Ratsmitgliedern und dem Vorsitzenden des Mobilitätsausschusses präsentierten die Straßenplaner Muster der rot eingefärbten Steine und es wurde mit einem symbolischen Spaten hantiert. Auch der Radverkehrsbeauftragte und der Nahmobilitätsmanager sowie aus dem Arbeitskreis „Fahrrad- und Fußgängerfreundliches Mülheim“ Vertreter von Fuß e.V., Verkehrswacht und natürlich dem ADFC lächelten in die Kameras.
2025 sollte dann die Umsetzung folgen, denn die Zuschüsse waren zugesagt – und es wurde mit viermonatigen Bauarbeiten gerechnet. Na ja, so schnell wird in Mülheim nicht gebaut, die Fristen verstrichen und dann gab es dem Vernehmen nach Lieferschwierigkeiten beim roten Asphalt.
Nun schreiben wir das Jahr 2026, optisch macht die Strecke bereits nachhaltigen Eindruck: Das Signal-Rot des „holländischen Asphalts“ und die Breite der Radstreifen gefallen schon optisch den ersten „Usern“. Also müssen die Faktoren getestet werden, die dem Radverkehr mehr an Sicherheit, Komfort und Fahrtempo bieten, denn wir wollen bald Gruppen jeder Art von Schülerinnen und Schülern sehen, für die es selbstverständlich geworden ist, per Fahrrad zum Unterricht zu kommen.
Hier nun unser Vor-Ort-Check:
Berg auf Richtung Holthausen
Anders als in den ersten Plänen hat man den stadtauswärts führenden zu schmalen Dooringstreifen bis zur Einmündung des Straßenzugs Hagdorn/Lohscheidt verbreitert. Hier ist der Kreuzungsbereich für links zu den Sportstätten in die Südstraße abbiegende Radfahrende allerdings schwierig: „gegenüber“ gibt es am fernen Mast des querenden Fußgängerüberwegs (mit Verkehrsinsel) zwar eine Fahrradampel. Allerdings kann man auf der Aufstellfläche quasi auf halber Strecke „verhungern“, wenn nicht zufällig auch Zufußgehende queren!
Berg ab Richtung Kaiserplatz:
Was hier gefällt, ist die optische Abtrennung des Muhrenkamps zugunsten der Sicherheit des Rad- und Fußverkehrs sowie des Heraushaltens von Durchgangsverkehr.
An der Althofstraße und dem Kaiserplatz fehlen noch Markierungen. Bis zur Leineweberstraße ist der bauliche Radweg im Bereich der früheren Haltestelle der Straßenbahn fast fertig. Später werden noch die Gleise und Weichen der Wendeanlage entfernt. Derzeit ist aber auch der bisherige, hinterm Gebüsch geführte 2-Richtungsradweg auf der linken Seite der Althofstraße keine Alternative: Er führt am Parkplatz vorbei zu einer Treppe oder halb zurück auf den Gehweg der Kaiserstraße bzw. mündet in das unübersichtlichen Chaos der Dickswall-Baustelle…
Nicht zu vergessen: Mit erwartbar weiter steigenden Radverkehrszahlen wird die Schaffung eines „Durchgangsradverkehrs“ unter der Kurt-Schumacher-Platte Richtung Hauptbahnhof/Radschnellweg noch dringender, denn ein Queren des dortigen Fußgängerverkehrs bringt unnötig Unsicherheit und Gefahr für beide Seiten!
Gudrun Fürtges / Axel Hercher



















