Auf Basis von Plänen aus 2007 in 2021 errichtet: Radverkehrsanlagen auf dem Dickswall in Mülheim

Radfahrsituation auf dem Dickswall nicht hinnehmbar!

 

Der Dickswall wurde im Rahmen der Rumbachsanierung in den letzten Wochen neu markiert. Dabei wurde auf Basis von Plänen aus dem Jahr 2007 eine Verkehrsinfrastruktur errichtet, die wir insbesondere für Radfahrende als höchst gefährlich ansehen.

 

Pressemitteilung zur Verkehrssituation für Radfahrende auf dem Dickswall und der diesbezüglichen Berichterstattung in den Medien beziehen wir als ADFC wie folgt Stellung:

Radfahrende, die den sogenannten „Schutzstreifen“ Richtung Innenstadt nutzen sind nicht geschützt, sondern vielmehr in doppelter Weise gefährdet: Zum einen können die KFZ auf der rechten Fahrspur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 m nicht einhalten. Zum anderen sind sich öffnende Fahrertüren der rechts vom „Schutzstreifen“ parkenden Autos eine permanente Gefahr (Stichwort „dooring“).

Richtung Osten, also aus der Innenstadt heraus, sieht die Planung gar keine Radverkehrsanlagen vor. Es soll lediglich der Fußweg für Radfahrende freigegeben werden. „Dies hat mit einer sicheren, alltagstauglichen und bedarfsgerechten Lösung nichts zu tun und darf keine Option sein“, stellt Volker Isbruch-Sufryd fest.

 

Der ADFC lehnt daher diese Verkehrsführung in beide Richtungen entschieden ab!

Es muss gefragt werden, warum eine zweispurige Verkehrsführung in beide Richtungen für KFZ als selbstverständlich hingenommen werden muss, die beidseitige, sichere und alltagstaugliche Radwege von vornherein ausschließen.

Der Dickswall ist Teil des Radverkehrsnetzes NRW und soll als solcher im weiteren Verkauf über die Buggenbeck die Innenstadt mit Heißen verbinden. Bei der vorhandenen Lösung werden selbst routinierte Radfahrende diese Verbindung zu ihrer eigenen Sicherheit nicht nutzen. Darüber hinaus ist esunverantwortlich, Schülerinnen und Schüler der zahlreichen im Einzugsbereich vorhandenen Schulen auf einen solchen Schulweg zu schicken.

Der ADFC fordert daher die Umwandlung jeweils einer Fahrspur in einen gesicherten Radfahrstreifen oder z.B. eine kombinierte Bus-/Taxi-/Radspur, auch um den Sicherheitsdiensten eine schnelle Verbindung sicherzustellen.

Die nicht nur für den Radverkehr ebenfalls schwierige Kreuzung Dickswall/Tourainer Ring sollte in eine nachhaltige Lösung mit einbezogen werden. „Eine menschenfreundlichere Gestaltung dieses östlichen Tores der Innenstadt wäre eine große Chance für die Stadt Mülheim an der Ruhr“, so abschließend Isbruch-Sufryd.

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https://ob-mh.adfc.de/artikel/radfahrsituation-auf-muelheimer-dickswall-nicht-hinnehmbar

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Wem melde ich Problemstellen in Mülheim?

    Anregungen für große und kleine Verbesserungen in der Radinfrastruktur von Mülheim an der Ruhr über den Ideenmelder des ADFC unter https://mh-ideenmelder.hpadm.de/ eingetragen werden. Dieser wird ehrenamtlich vom KV betreut und regelmäßig, auch gemeinsam mit der Stadt, überprüft und aktualisiert.

    Kurzfristig zu behebende Probleme (zum Beispiel illegaler Müll, Scherben auf dem Radweg) können über das Kümmer-Meldeportal (https://geo.muelheim-ruhr.de/kuemmer-karte der Stadt direkt eingereicht werden!

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  • Wie melde ich Vorschläge für Oberhausen?

    Du kannst in Oberhausen dazu beitragen, dass es besser wird: Trage Missstände mit einer kurzen Beschreibung und einem Foto in die Meldeseite ein. Nach einer Prüfung erscheint Dein Beitrag dann auf unserer Problemkarte. https://oberhausensatteltum.de/problemkarte/

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  • Wer radelt mit mir?

    Radfahren in der Gruppe macht richtig Spaß! Wir organisieren gerne Radtouren (Aktuelle im Radtourenpartal des ADFC) und suchen auch Radelnde, die selber Touren organisieren wollen:https://ob-mh.adfc.de/adfc-ob-mh/radtouren-leiten

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  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Über 1.000 Mitglieder hat der KV Oberhausen/Mülheim! Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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