Heiteres Piktogramme-Raten auf der Leineweberstraße

 

Rätselraten auf der Leineweberstraße: Wo darf man in welche Richtung radeln? Was bedeutet das Piktogramm mit dem Fahrrad und den Pfeilen mitten auf der Fahrbahn?

 

Vor dem Umbau der Leineweberstraße war die Sache klar - und ziemlich eng: Es gab einen schmalen Zweirichtungsradweg auf der nördlichen Seite, größtenteils rot eingefärbt. Jetzt ist die Nordseite der Leineweberstraße schön gepflastert, aber der Radweg schien verschwunden zu sein. So schlicht war die Kennzeichnung. Die kleinen Fahrrad-Piktogramme waren kaum sichtbar, weshalb den Weg auch viele Fußgänger:innen irrtümlich genutzt haben. Die Stadt hat nachgeholfen und dazu größere Verkehrszeichen auf den Radweg malen lassen: Ein weißes Fahrrad auf blauem Grund. Klarer Fall: Das ist ein benutzungspflichtiger Radweg. Aber nur noch in eine Fahrtrichtung.

Dafür ist auf der Fahrbahn auf der südlichen Seite ein weißes Fahrrad mit Pfeilen aufgemalt. Man staunt und wundert sich. Was soll mir dieses Zeichen sagen? Es ist ein „Sharrow“. Dieses Wort besteht aus den zwei Wortstämmen „share“ wie Teilen und „arrow“ wie Pfeil. Fahrräder und Autos sollen sich die Fahrbahn also teilen. 

Sharrows sind im Unterschied zu Radfahrstreifen und Schutzstreifen keine Elemente einer Radverkehrsinfrastruktur. Man findet dieses Zeichen nicht in der Straßenverkehrsordnung. Sharrows haben daher keine rechtliche Bedeutung oder gar Sanktionsrelevanz. Sie sind keine Verkehrszeichen, sondern reine Kommunikationsmittel. Die so markierte Fahrspur der Leineweberstraße ist also keine Fahrradstraße mit "Autos frei", sondern weiterhin eine ganz normale Straße. 

Was bringen diese Sharrows also? - Sie machen auf Fahrradfahrer:innen aufmerksam. Und weil sie relativ mittig auf der Fahrbahn aufgebracht sind, laden sie ein, mit dem nötigen Abstand zu den parkenden Autos ebenfalls fast mittig auf der Fahrbahn zu radeln. Da die Straße auf diesem Abschnitt nur 20 km/h als Höchstgeschwindigkeit zulässt, heißt dies in den meisten Fällen, dass Fahrräder und Autos gemeinsam im Verkehr "schwimmen", ohne dass überholt werden kann bzw. darf. Der Verkehr ist für alle Verkehrsteilnehmer:innen entschleunigt. Gegenseitige Rücksichtnahme ist angesagt. Und weil man im Zweifel sowieso an der Ampel am Ende der Straße warten muss, wird auch erfreulich häufig für querende Fußgänger:innen angehalten.

Sharrows werden teilweise auch kritisch gesehen, sie sind schnell aufgemalt, anstelle dass eine "ordentliche Lösung" gebaut wird, also ein guter Fahrradweg. Gerade auf der Leineweberstraße haben die Sharrows aber ihre Berechtigung: Für einen baulich getrennten Radweg ist kein Platz, sowohl die Straßenbahnschienen, als auch die Bäume müssen bleiben. In Kombination mit Tempo 20 km/h tragen diese Piktogramme zu einem friedlichen Miteinander bei. 

 

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https://ob-mh.adfc.de/artikel/sharrow

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Wem melde ich Problemstellen in Mülheim?

    Anregungen für große und kleine Verbesserungen in der Radinfrastruktur von Mülheim an der Ruhr über den Ideenmelder des ADFC unter https://mh-ideenmelder.hpadm.de/ eingetragen werden. Dieser wird ehrenamtlich vom KV betreut und regelmäßig, auch gemeinsam mit der Stadt, überprüft und aktualisiert.

    Kurzfristig zu behebende Probleme (zum Beispiel illegaler Müll, Scherben auf dem Radweg) können über das Kümmer-Meldeportal (https://geo.muelheim-ruhr.de/kuemmer-karte der Stadt direkt eingereicht werden!

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  • Wie melde ich Vorschläge für Oberhausen?

    Du kannst in Oberhausen dazu beitragen, dass es besser wird: Trage Missstände mit einer kurzen Beschreibung und einem Foto in die Meldeseite ein. Nach einer Prüfung erscheint Dein Beitrag dann auf unserer Problemkarte. https://oberhausensatteltum.de/problemkarte/

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  • Wer radelt mit mir?

    Radfahren in der Gruppe macht richtig Spaß! Wir organisieren gerne Radtouren (Aktuelle im Radtourenpartal des ADFC) und suchen auch Radelnde, die selber Touren organisieren wollen:https://ob-mh.adfc.de/adfc-ob-mh/radtouren-leiten

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  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Über 1.000 Mitglieder hat der KV Oberhausen/Mülheim! Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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