Die Mellinghofer Straße in Dümpten

Mellinghofer Straße zur Fahrradstraße!

 

Unser ADFC-Vorschlag für Dümpten: Umwidmung des von der Mannesmannallee eingeschlossenen Teils der Mellinghofer Straße (zwischen ADAC und A 40) in eine Fahrradstraße - Wie und wieso erklären wir im Text!

 

Unsere Anregung:

Die Mellinghofer Straße ist die kürzeste Verbindung zwischen der Mülheimer Innenstadt und Mülheim-Dümpten bzw. Oberhausen-Dümpten und besitzt daher eine hohe Netzbedeutung für den Radverkehr. Die Umwidmung in eine Fahrradstraße würde dieser Bedeutung Rechnung tragen und wesentliche Nachteile beseitigen, die derzeit einen flüssigen, sicheren und komfortablen Radverkehr behindern. Grundsätzlich entspricht dieser Antrag dem Grundgedanken der Verkehrsberuhigung, der seinerzeit mit dem Bau der Ortsumgehung Mannesmannallee verfolgt wurde.

Begründung:

Seit vielen Jahren bereits soll der motorisierte Durchgangsverkehr durch die Ortsumgehung Mannesmannallee um den benannten Teil der Mellinghofer Straße herumgeleitet werden. Die Akzeptanz der
Ortsumgehung sollte und soll im Wesentlichen durch die Ampelschaltungen erreicht werden:

  • Die Ampelschaltungen von Norden kommend sowie von Süden kommend bevorzugen zeitlich die Weiterfahrt über die Mannesmannallee im hohen Maße.
  • Die Ampelschaltungen innerhalb des Abschnittes der Mellinghofer bremsen den Verkehr dort aus.
  • Der Radverkehr soll hingegen ausdrücklich weiter durch die Mellinghofer Straße fahren.

Dieser grundsätzlich gute Lösungsansatz sorgt dennoch nicht für einen flüssigen und komfortablen Radverkehrsfluss. Folgende Probleme sind hier als Gründe zu nennen:

  • Von Norden kommend wird der Radverkehr durch eine Anforderungsampel über den bevorzugten motorisierten Durchgangsverkehr ausgebremst (Foto 1).
  • Nach wenigen Metern endet der Radweg auf dem Fußweg, ohne eine sichere Möglichkeit, sich in den fließenden Verkehr auf der Straße einzufädeln (Foto 2).
  • Im weiteren Verlauf ist zunächst gar kein Radweg vorhanden, dann ein alter Bordsteinradweg auf einem viel zu engen Bürgersteig (Fotos 3 und 4). Erst ab dem Heifeskamp gibt es einen markierten Radweg von angemessener Breite.
  • Vom Süden kommend hat der Radweg grundsätzlich eine angemessene Breite. Jedoch wird er ständig vor Geschäften, Praxen sowie der Bank als Parkplatz missbraucht (Foto 5), oder es sorgen parkende Kraftfahrzeuge rechts vom Radweg dafür, dass die Benutzung des Radweges lebensgefährlich wird (Dooring, Fotos 6 und 7). Teilweise muss der Radverkehr deshalb auf den Gleisbereich auf der Fahrbahn ausweichen.
  • Die Ampelschaltungen auf der Mellinghofer Straße sollen eigentlich den Querverkehr sowie die Straßenbahn bevorzugen und den motorisierten Verkehr auf der Mellinghofer Straße benachteiligen.  In der Praxis führen die Schaltungen jedoch auch zu einer Benachteiligung des Radverkehrs, der eigentlich bewusst über diese Straße geleitet wird.
  • Die Ampelschaltung an der Kreuzung Mellinghofer Str./Mannesmannallee im Bereich des ADAC benachteiligt den Radverkehr von Norden kommend immens: Es ist lediglich der „sichere Linksabbieger“ über die Fußgängerampel vorgesehen  (Fotos 8 und 9). Auch hier handelt es sich wieder um eine Anforderungsampel. Da diese Art des Linksabbiegens immer zwei Ampelphasen benötigt, entstehen im Vergleich zum linksabbiegenden Autoverkehr zusätzliche Wartezeiten von bis zu zwei Minuten.

 

Die beste Möglichkeit, den Grundgedanken der Ortsumgehung auch für Radfahrende angemessen umzusetzen, ist die Umwandlung der Mellinghofer Straße zwischen ADAC und A 40 in eine Fahrradstraße. Dies bedeutet, es entsteht eine gemeinsame Fahrbahn für den gesamten Individualverkehr bei Bevorrechtigung des Radverkehrs. Ein Parken auf dem Radweg wäre damit nicht mehr möglich, weil dieser in  der gemeinsamen Fahrspur aufgeht.

Eine klare Trennung zwischen dem Gleisbereich und der Fahrradstraße sorgt für die notwendige Sicherheit. Bei der südlichen Ampel Richtung Innenstadt wird ein direktes Linksabbiegen für den Radverkehr möglich, da dieser nun auf der Straße fährt. Bei der nördlichen Ampel über die Mannesmannallee auf die Mellinghofer Straße (A 40-Brücke) schlagen wir eine kamerabasierte Grünanforderung für den Radverkehr vor, wie sie bereits an der Rampe vom RS 1 hinunter zur Bergstraße und deren Querung existiert.

Die Ampelschaltungen auf der Mellinghofer Straße sollen wieder zeitlich deutlich zu Gunsten des Geradeausverkehrs geschaltet werden. Um zu  verhindern, dass die Durchfahrt dadurch auch wieder für den
Kraftfahrzeugverkehr attraktiver wird, soll jene durch folgende Lösung unterbunden werden und gleichzeitig eine Erreichbarkeit von Handel und Gewerbe sowie für die Anwohnenden gewährleistet werden:

  • Eine Einfahrt auf die Mellinghofer Straße soll von Norden wie von  Süden für Kraftfahrzeuge nicht mehr möglich. Die Möglichkeit der Ausfahrt bleibt jeweils bestehen.
  • Ein Geradeausfahren soll für Kraftfahrzeuge auf der Mellinghofer Straße an den Kreuzungen Zehntweg und Gathestraße nicht mehr möglich sein.
  • Der Querverkehr aus den Nebenstraßen kann grundsätzlich in drei Richtungen (links, rechts, geradeaus) auf bzw. über die Mellinghofer Straße fahren.

Es entstehen so zwei unechte Einbahnstraßen – im Norden zwischen Gathestraße und A 40, im Süden zwischen ADAC und Zehntweg. Der Zweirichtungsverkehr zwischen Zehntweg und Gathestraße bleibt wie heute bestehen.

Die Umsetzung unseres Vorschlages würde dafür sorgen, dass

  • der motorisierte Durchgangsverkehr ausschließlich die Mannesmannallee nutzen wird und
  • der radfahrende Durchgangsverkehr flüssig, sicher und komfortabel die Mellinghofer Straße nutzen kann.

Wir sind der Meinung, dass durch eine solche Lösung Handel und Gewerbe innerhalb der Mellinghofer Straße weiterhin auch von Kraftfahrzeugen angefahren werden kann und  der Kraftfahrzeugverkehr aus den Wohngebieten ohne größere Umwege die Mülheimer Innenstadt, das Gewerbegebiet Heifeskamp, die A 40-Auffahrt und Oberhausen erreichen kann. Somit entspricht diese Anregung dem Grundgedanken, der seinerzeit mit dem Bau der Mannesmannallee verfolgt wurde. Die Idee der Fahrradstraße ist somit die konsequenteste Möglichkeit, diesen Grundgedanken weiterzuentwickeln und bestehende Problempunkte zu beseitigen.

Sollte aus uns unbekannten rechtlichen Gründen eine Fahrradstraße nicht möglich sein, bleiben unsere Einzelforderungen dennoch erhalten:

  • Einbau einer Kameralösung im Norden, Führung des Radverkehrs über die Fahrbahn im Süden (keine zwingende Nutzung der Anforderungsampel).
  • Konsequente Optimierung der Ampelschaltungen innerhalb der Mellinghofer Straße zugunsten des Radverkehrs.
  • Änderung der Kraftfahrzeugführung, um die Mellinghofer Straße trotz verbesserter Ampelschaltung für den motorisierten Durchgangsverkehr unattraktiv zu belassen.
  • Die Sperrung der nördlichen und südlichen Einfahrt für Kraftfahrzeuge und die Sicherung der Zufahrt über die Nebenstraßen.

Desweiteren mögen folgende Probleme möglichst schnell anderweitig gelöst werden, die unseres Erachtens mit der Einführung einer Fahrradstraße sinnvoll gelöst werden können:

  • Falschparken sowie das Dooring-Problem auf dem Radweg Richtung Norden
  • Der teilweise nicht vorhandene Radweg bzw. der teilweise nicht nutzbare Radweg auf dem Gehweg in Richtung Süden

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https://ob-mh.adfc.de/artikel/mellinghofer-zur-fahrradstrasse

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Wem melde ich Problemstellen in Mülheim?

    Anregungen für große und kleine Verbesserungen in der Radinfrastruktur von Mülheim an der Ruhr über den Ideenmelder des ADFC unter https://mh-ideenmelder.hpadm.de/ eingetragen werden. Dieser wird ehrenamtlich vom KV betreut und regelmäßig, auch gemeinsam mit der Stadt, überprüft und aktualisiert.

    Kurzfristig zu behebende Probleme (zum Beispiel illegaler Müll, Scherben auf dem Radweg) können über das Kümmer-Meldeportal (https://geo.muelheim-ruhr.de/kuemmer-karte der Stadt direkt eingereicht werden!

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  • Wie melde ich Vorschläge für Oberhausen?

    Du kannst in Oberhausen dazu beitragen, dass es besser wird: Trage Missstände mit einer kurzen Beschreibung und einem Foto in die Meldeseite ein. Nach einer Prüfung erscheint Dein Beitrag dann auf unserer Problemkarte. https://oberhausensatteltum.de/problemkarte/

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  • Wer radelt mit mir?

    Radfahren in der Gruppe macht richtig Spaß! Wir organisieren gerne Radtouren (Aktuelle im Radtourenpartal des ADFC) und suchen auch Radelnde, die selber Touren organisieren wollen:https://ob-mh.adfc.de/adfc-ob-mh/radtouren-leiten

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  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Über 1.000 Mitglieder hat der KV Oberhausen/Mülheim! Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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