
Rathaus Oberhausen
Neue Straßenbahnlinie 105 und neues Wohnquartier: Wir sind gefordert!
Für den ADFC Oberhausen bietet dieses Projekt eine große Chance: Ein neuer Stadtteil kann von Beginn an so geplant werden, dass nachhaltige Mobilität selbstverständlich wird. Unser Motto: Carpe Diem!
Mit der Unterzeichnung einer Planungsvereinbarung ist der Startschuss für eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Oberhausens gefallen. Auf dem ehemaligen Newag-Gelände an der Ripshorster Straße soll in den kommenden Jahren ein neues, grünes Stadtquartier mit rund 1.500 bis 2.000 Wohnungen entstehen. Geplant sind Mehrfamilienhäuser, Einfamilienhäuser, Nahversorgungsangebote sowie großzügige Frei- und Grünflächen. Das Quartier wird Teil des Masterplans „Neue Mitte“ und ergänzt die Entwicklung des benachbarten Brammenring-Areals.
Für den ADFC Oberhausen bietet dieses Projekt eine große Chance: Ein neuer Stadtteil kann von Beginn an so geplant werden, dass nachhaltige Mobilität selbstverständlich wird. Dafür müssen der öffentliche Nahverkehr, der Fußverkehr und insbesondere der Radverkehr gleichberechtigt berücksichtigt werden.
Straßenbahn und Fahrrad gehören zusammen
Ein wesentlicher Bestandteil der Planung ist die Verlängerung der Straßenbahnlinie 105 von Essen bis in die Neue Mitte Oberhausen. Nach aktuellem Zeitplan soll die Strecke bis zum Jahr 2030 in Betrieb gehen. Eine neue Haltestelle „Stahlwerkspark“ wird das Wohnquartier unmittelbar an den ÖPNV anbinden und eine attraktive Verbindung zwischen Essen und Oberhausen schaffen.
Aus Sicht des ADFC ist die Verlängerung der Linie 105 ein wichtiger Baustein für die Verkehrswende. Ebenso wichtig ist jedoch, dass die Straßenbahn nicht isoliert betrachtet wird. Moderne Mobilität entsteht dort, wo Bus und Bahn, Fahrrad und Fußverkehr intelligent miteinander verknüpft werden.
Neue Quartiere brauchen sichere Radwege
Mit mehreren tausend neuen Bewohnerinnen und Bewohnern wird das Quartier erheblich mehr Verkehr erzeugen. Deshalb muss bereits heute sichergestellt werden, dass möglichst viele Wege ohne Auto zurückgelegt werden können.
Der ADFC Oberhausen fordert daher:
- durchgängige und ausreichend breite Radverkehrsanlagen entlang der neuen Erschließungsstraßen mit sicheren Kreuzungen
- direkte Radverbindungen in Richtung Osterfeld, Sterkrade, Neue Mitte und Essen
- ausreichend überdachte und sichere Fahrradabstellanlagen in den Wohnquartieren sowie an Einkaufs- und Freizeitstandorten
- die frühzeitige Mitbetrachtung des Radverkehrs in alle weiteren Planungsphasen.
Industriegeschichte bewahren – nachhaltige Zukunft gestalten
Das rund 13,5 Hektar große ehemalige Newag-Gelände blickt auf eine lange industrielle Geschichte zurück. Ursprünglich befand sich hier das Eisenbahnausbesserungswerk, später die Neue Wagenbau- und Ausbesserungsgesellschaft (NEWAG). Die denkmalgeschützten Industriehallen sollen erhalten und in das neue Quartier integriert werden. Vorgesehen sind unter anderem Einzelhandel, Dienstleistungen sowie Treffpunkte für die Nachbarschaft. So entsteht eine Verbindung zwischen industriellem Erbe und moderner Stadtentwicklung.
Mobilitätswende beginnt auf dem Reißbrett
Mit dem neuen Stadtquartier bietet sich Oberhausen die seltene Gelegenheit, Mobilität von Anfang an zukunftsfähig zu gestalten. Während gleichzeitig die Kreuzung Osterfelder Straße/Ripshorster Straße leistungsfähiger ausgebaut werden soll, darf der Fokus nicht allein auf dem motorisierten Verkehr liegen.
Der ADFC Oberhausen wird den Dialog mit Verwaltung und Investoren nutzen, um mit seinem Mitteln ein Stadtviertel mit zu gestalten.
Der Artikel ist bewusst als Position des ADFC Oberhausen formuliert und verbindet die aktuellen Planungen mit konkreten Forderungen für eine fahrradfreundliche Quartiersentwicklung.








