
Sternfahrt Ruhr: ADFC macht in Mülheim Druck für den RS1
Mit einer Kundgebung am Mülheimer Hauptbahnhof hat der ADFC bei der Fahrradsternfahrt Ruhr am 4.7.26 für den Weiterbau des Radschnellwegs RS1 demonstriert. Vertreter*innen aus Kommunal- und Landespolitik bekannten sich zum Lückenschluss!
„Verbindungen schaffen“ lautete das Motto der diesjährigen Fahrradsternfahrt Ruhr, die großartig von unseren Duisburger ADFC Freund:innen organisiert wurde! In Mülheim bekam die Sternfahrt eine ganz konkrete Bedeutung: An einem der zentralen Sammelstellen für die Fahrt nach Duisburg, demonstrierte der ADFC Mülheim auf dem Dieter-aus-dem-Siepen-Platz für den Weiterbau des Radschnellwegs Ruhr (RS1).
Denn ausgerechnet in Mülheim fehlt weiterhin eine entscheidende Verbindung. Vor sieben (!) Jahren wurde der RS1 bis zur Hochschule Ruhr West eröffnet. Seitdem wartet Mülheim auf die Fortsetzung in Richtung Duisburg.
Bei der Kundgebung machten ADFC, Kommunalpolitik und das Land Nordrhein-Westfalen deutlich: Der RS1 muss weitergebaut werden. Zu den Redner:innen gehörten neben ADFC-Sprecherin Gudrun Fürtges auch Vertreter:innen der Mülheimer Politik sowie Viktor Haase (die Grünen), Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium.
Sieben Jahre warten auf die Fortsetzung
In den Redebeiträgen wurde deutlich, dass es nicht an der Nachfrage nach einer guten Radverbindung mangelt. Radschnellwege sollen gerade auf längeren Alltags- und Pendelstrecken eine attraktive Alternative zum Auto bieten. Der ADFC sieht sie als eigenständige, hochwertige Verbindungen, die schnell, komfortabel und möglichst unabhängig vom Kfz-Verkehr genutzt werden können.
Umso schwerer wiegt, dass die Planungen in Mülheim seit Jahren nicht entscheidend vorankommen.
Aus der Kommunalpolitik kam deshalb Kritik an der Geschwindigkeit der Planungsprozesse. Nach sieben Jahren erwarten die Menschen Ergebnisse. Eine Verwaltung darf die Verkehrswende nicht nur verwalten – sie muss deren Umsetzung ermöglichen.
Auch die Deutsche Bahn steht dabei in der Verantwortung. Wer die Mobilitätswende voranbringen will, muss den Radverkehr als gleichwertigen Bestandteil eines vernetzten Verkehrssystems behandeln.
Haase: Grundstücke der Bahn sind der entscheidende Punkt
Staatssekretär Viktor Haase beschrieb auf der Kundgebung die Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Das Land stelle in diesem Jahr 172 Millionen Euro für Radwege in Nordrhein-Westfalen bereit. Am Geld oder am politischen Willen scheitere der RS1 nach seiner Darstellung nicht.
Eine der größten Baustellen seien vielmehr die benötigten Grundstücke der Deutschen Bahn. Da die Bahn derzeit die erforderlichen Flächen nicht verkauft, werde nach einer anderen Lösung gesucht. Hoffnung setzt das Land auf eine Gestattung beziehungsweise Überlassung der Flächen, damit der Bau auch ohne vorherigen Grundstückskauf ermöglicht werden kann.
Haase verwies zugleich darauf, dass auch der Bau eines Radschnellwegs komplexe Planungs- und Genehmigungsverfahren erfordert. Baurecht sowie Anforderungen etwa des Denkmal- und Wasserschutzes müssten berücksichtigt werden.
„Es ist keine Frage des Wollens“, machte der Staatssekretär deutlich.
Nach seinen Angaben kümmern sich bei Straßen.NRW zehn Beschäftigte um die Radschnellwege. Der entscheidende nächste Schritt für den Mülheimer Abschnitt bleibt jedoch die Einigung mit der Deutschen Bahn.
2027 soll gebaut werden
Eine konkrete Perspektive gibt es immerhin: 2027 soll der Bau beginnen.
Aber die Ankündigung "nächstes Jahr" hören wir nun seit 7 Jahren.... An dieser Ankündigung werden sich die Verantwortlichen messen lassen müssen. Das Radverkehrsnetz darf kein Stückwerk bleiben.
Der ADFC fordert deshalb von allen Beteiligten – Stadt, Land, Straßen.NRW und Deutscher Bahn –, die noch offenen Fragen jetzt mit hoher Priorität zu lösen und einen verlässlichen Weg zum Baubeginn aufzuzeigen.
Dass der politische Druck notwendig bleibt, bestätigte Staatssekretär Haase auf der Kundgebung selbst. Sein Appell an die Menschen vor Ort: „Machen Sie weiter Druck!“
Das werden wir.
Mit der Sternfahrt weiter nach Duisburg
Nach der Kundgebung wurde aus der politischen Forderung wieder Bewegung auf der Straße. Weitere Teilnehmende aus Richtung Dortmund und Hattingen stießen in Mülheim zur Sternfahrt hinzu. Gemeinsam führte die Route über rund zehn Kilometer durch Mülheim und anschließend weiter nach Duisburg zum Fahrradfest des Duisburger ADFC in Neudorf.
Damit wurde das Motto „Verbindungen schaffen“ an diesem Tag ganz praktisch erlebbar: Menschen aus verschiedenen Städten des Ruhrgebiets waren gemeinsam mit dem Rad unterwegs.
PB, mit KI erstellt







