Update: Speldorfer Verbesserungen

 

In loser Reihenfolge wollen wir Euch zeigen, dass es – wenn auch langsam – stetig etwas besser wird mit der Fahrradinfrastruktur in unserer Stadt. Den Anfang machen wir im westlichsten Stadtteil Mülheims: Speldorf

 

Ausschnitt Speldorf des Ideenmelders: Viele Einträge insbesondere auf den Hauptrouten Duisburger und Weseler Straße zeugen von hohem Radverkehrsaufkommen durch Pendler. © ADFC MH

Speldorf soll einmal von Ost nach West auf dem RS1 durchquert werden können, heute muss man sich allerdings auf „interessanten Wegen“ durch den Stadtteil bewegen, um vom vorläufige RS1-Ende an der Hochschule in Broich z.B. weiter nach Duisburg zu kommen. Bereits schnell wurde nach Start des Ideenmelders des ADFC in Mülheim https://mh-ideenmelder.hpadm.de/ im Sommer 2020 deutlich, dass Speldorf aufgrund seiner relativ flachen Topographie und aufgrund der Verbindungsrouten eine zentrale Rolle im Radnetz der Stadt zukommt: Die Duisburger Straße als Ost-West-Verbindung aber auch nördliche und südliche Alternativrouten werden insbesondere auch durch viele Alltagsradler genutzt.

Umso erfreulicher, dass die Stadt Mülheim sehr zügig konkrete im Ideenmelder herausgearbeitete Problemzonen entschärfen konnte oder dies mindestens avisiert hat. Die folgenden kleinen „Updates“ am Radverkehrsnetz in Speldorf konnten wir beobachten:

  • Duisburger Straße – Die „Duisburger“ spielt im Radroutennetz eine zentrale Rolle als Ost-West-Verbindung und ist heute die ausgeschilderte Hauptverbindung zwischen Broich und Duisburg.
    • Bereich Haltestelle Monning, Fahrtrichtung Mülheim: Hier wurde an der Engstelle der Haltestelle ein Überholverbot eingerichtet, so dass Zweiräder nicht mehr überholt werden dürfen (was aufgrund der Straßenbreite an dieser Stelle ohnehin nicht erlaubt wäre). Allerdings wird dieses Überholverbot kaum beachtet, so dass de facto keine Verbesserung erreicht wurde. Tempo 30 und eine eindeutigere Markierung ist hier nach unserer Ansicht notwendig. im Zuge einer Baumaßnahme im August 2021 soll dies umgesetzt werden.
    • Kreuzungsbereich Akazienallee, Fahrtrichtung Duisburg: Der Fußweg ist hier für Radelnde frei gegeben (nicht benutzungspflichtig!). Um im Kreuzungsbereich eine direkte Querung zu ermöglichen, wurde eine zusätzliche Radfahrenden-Ampel installiert und die Bordsteine abgesenkt. Somit ist hier eine deutliche Verbesserung erreicht worden und die Akzeptanz der Fußwegnutzung gestiegen. Gleichzeitig wurde damit die Abbiegesituation aus der Saarner Straße Richtung Duisburg verbessert.
    • Radweg Höhe „An der Rennbahn“, Fahrrichtung Mülheim: Durch Gehwegparker hohe Gefahr durch „Doppeldooring“. Eine angekündigte Abpollerung des Fußwegs ist im Frühsommer 2021 erfolgt.
    • Kreuzungsbereich Hansastraße / Friedhofstraße (Südseite): Hier ist bereits seit längerem angekündigt, dass die zusätzliche Rad-Ampel an der Fußgängerfurt demontiert wird und die Rad- und Fußführung geändert wird. Allerdings ist die ebenfalls kritische Situation durch Lieferverkehr und Radweg-parkende Kunden des Bäckers damit noch ungelöst.
    • Kreuzungsbereich Heerstraße (Südseite): Hier sind durch bauliche Maßnahmen der Eigentümer von Gebäuden auf Einwirken der Stadt die regelmäßigen Falschparker vom öffentlichen Fuß- und Radweg verschwunden und die Situation verbessert. Weiterhin engen allerdings falsch parkende Fahrzeuge am Straßenrand den Radweg regelmäßig ein, entsprechende Markierungen werden hier missachtet. Insgesamt ist die Stelle für einen Zweirichtungsradweg ohnehin nicht haltbar.
    • Unterführung der Bahnlinie / Grenze Broich: Durch Umbaumaßnahmen soll zukünftig Fußverkehr auf die südliche Seite der Duisburger Straße beschränkt werden, um potenzielle Konflikte auf dem engen Radweg in Fahrtrichtung Duisburg zu entschärfen
    • Grüner Pfeil für Radelnde: An mehreren Stellen (z.B. Karlsruher Straße und Friedhofstraße) ist neuerdings das Rechtsabbiegen bei „rot“ für Radelnde erlaubt, das Zusatzschild „grüner Pfeil“ erlaubt dies hier explizit. Wie beim PKW-Grünpfeil gilt aber: Anhalten, gucken und nur fahren, wenn man niemanden gefährdet oder behindert.

 

  • Ruhrorter & Weseler Straße – Die Strecke durch den Hafen (Hafenroute) bietet eine gut ausgebaute Ost-West-Verbindung durch Speldorf auch mit potenziellem Anschluss über die A40-Brücke Richtung Moers.
    • Nach verschiedenen Eigenunfällen von Radelnden im Bereich der Gleiskreuzung der Hafenbahn (Weseler Straße Höhe Mülheimer Handel) wurde die Radwegeführung durch Markierungsarbeiten verändert und zusätzliche Warnschilder aufgestellt.
    • Durch rangierende LKW und Falschparker war der kombinierte Geh- und Radweg Weseler Straße Fahrtrichtung Mülheim auf Höhe MUK Logistik stark beschädigt. Es wurden starke Poller aufgestellt, um LKW-Verkehr und Falschparker zukünftig zu verhindern.
    • Ruhrorter Straße: Zahlreiche LKW hatten hier den Radweg mit als Parkplatz genutzt und diesen damit eingeengt und geschädigt. Inzwischen ist der Parkstreifen Südseite nur für PKW frei gegeben und LKW, die nicht innerhalb des Parkstreifens bleiben werden ggf. sanktioniert. Die Situation ist damit verbessert.
    • Der Radweg „Ruhrorter Straße“ und „Ruhrdeich“ (Landesstraße) wurde im weiteren Verlauf nach Duisburg inzwischen saniert und teilweise aufgewertet.
  • Rheinische Bahn und Weiterbau RS1
    • Zukünftig soll von der Hochschule Ruhr-West aus der RS1 parallel zur Güterbahnlinie durch Speldorf in Richtung Duisburg weitergebaut werden. Die Planungen dafür sollen in 2021 abgeschlossen werden und 2022 dann die schrittweise Umsetzung erfolgen. Planerische Herausforderungen liegen noch im Bereich des Stellwerks Speldorf und der Bahnübergänge Heerstraße und Friedhofstraße, zumindest in Teilen wird es ggf. noch lange dauern.
    • Bis zur Fertigstellung des RS1 bietet sich eine alternative Wegführung parallel zur zukünftigen Route über Liebigstraße und Steinbruchweg als Verbindung zwischen RS1 und Duisburg (Wedau) an: Eine vom ADFC seit langem geforderte Beschilderung dieser Route ist umgesetzt worden.
    • Zur Stadtgrenze nach Duisburg wurde inzwischen der Wirtschaftsweg im Katzenbruch im Januar 2020 saniert, hier ist wieder Rad-Vergnügen angesagt!

Dies sind einige kleinere Updates im Radverkehrsnetz in Speldorf. Der ADFC steht im regelmäßigen Austausch mit den politischen Gremien der Stadt und insbesondere der Stadtverwaltung, weitere Verbesserungen umzusetzen.

Neue Anregungen für alle Stadtteile können über den Ideenmelder des ADFC unter https://mh-ideenmelder.hpadm.de/ eingetragen werden.

(PB April und August 2021)


https://ob-mh.adfc.de/neuigkeit/schrittweise-verbesserungen-in-muelheim-speldorf

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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